Kommt der DB Vorstand in Dantes Inferno?

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Achtung: Satire!

– geheime Wünsche eines Bahnfahrers –

Früher war alles besser. Deshalb wünsche ich mir einen Todesstreifen in Berlin Mitte rund um den Potsdamer Platz. In der Kreismitte wären Dantes sieben Zirkel der Hölle und der Vorstand der Deutschen Bahn AG mittendrin.

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Dort wird Buße getan, für jeden Euro ungerechtfertigter Preiserhöhung ein Jahr. Das macht summa summarum eine kleine Ewigkeit für den gesamten Vorstand. Dazu kommt ein halbes Jahr für Vorstand und Lokalpolitiker für jeden Euro, der in sinnlosen Prestige-Bahnhöfen versenkt wurde.

Der Vorstand schläft auf harrten Holzpritschen ohne Kopfkissen. Die Pritschen sind aber wie am Bahnhof alle 50 Zentimeter durch eine Armlehne unterteilt, deshalb kann man nur zusammengekrümmt auf einem Sitz schlafen.

Untertage bauen dir Vorstände Eisenerz ab. Diese Bergwerke sind feucht, kalt und unbeheizt, wie ein ostdeutscher Provinzbahnhof im Winter. Aus dem Erz werden die Schienenstränge neu gegossen. Denn das alte Schienennetz ist ja in großen Teilen abgebaut worden, dank Privatisierung.

Im zweiten Zirkel sind die Politiker und Lobbyisten mit Fußketten verbunden, welche es für eine gute Idee hielten, die Bahn zu privatisieren und vom Schienennetz zu trennen. Sie ziehen durchs Land und verlegen neue Schienen. Auf ihre Beschwerden über die Beschwerlichkeiten aber bekommen sie folgendes zur Antwort: DIE MÄRKTE wollen es so. Tragt euer Los, es gibt keine Alternative. Ihr Protest gegen solches aber wird schon nicht mehr gehört.

Für die Performance der Null-Euro-Jobber sorgt das „freundliche Service-Team“. Ehemalige Schaffner sorgen für Disziplin und Ordnung im DB Armagedon-Service-Center. Für jeden zu Unrecht schikanierten Fahrgast müssen sie einen Tag abdienen. Es besteht kein Mangel an Personal.

Für die Unterhaltung sind in den Bergwerken und Baracken Monitore angebracht, auf denen 24 Stunden Bahn TV läuft. Dort werden die neuesten Siege der MÄRKTE gepriesen. Junge adrette Damen lachen von den Bildschirmen, junge gut-gelaunte Männer lachen, alle lachen.

Am Ende eines solchen Arbeitstages im ersten und zweiten Zirkel der Hölle aber kommt, um den Erschöpften wieder Mut zu machen, der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Bahn und ruft in einem Fort Kaffeeeeee, KaffeeKaffeeKaffeeee, frischer Kaffffeeeeeeeeeee KaffeeKaffeKaffeeee!

Ein säuselliger Dreiklang ertönt und eine weichgespülte Stimme trällert ihr "Thank you for travelling with deutsche Bahn!"

Kommentare  

 
0 #1 Michael Oefler 2013-09-03 08:11
Sehr geehrter Herr Ferdinand Freitag,

die Thematik ist viel zu ernst um eine Kabarettnummer daraus zu machen. Ich bin an einen Rollstuhl gebunden und erlebe die DB ganz anders, freundlich, hilfsbereit und permanent bemüht einen sehr guten Service zu bieten. Der Vorstand der DB hat von Herrn Mehdorn einen heruntergewirts chafteten Betrieb übernommen. Um das wieder in die Reihe zu bekommen sind ausgeprägte menschliche und fachliche Qualitäten notwendig. Denn alle haben nur Forderungen, Staat und Lobbyisten sind federführend. Aber neben dem Bahndamm will auch keiner liegen. Wieviel Unfalltote gibt es auf deutschen Autobahnen? "Schneller, Höher, Weiter" ist allgemeiner gesellschaftlic her Ton. Tötlich, "Effektiver" gehört die Zukunft. Jeder Bahnreisende sollte für sich überlegen: Sicher am Ziel ankommen, die Fahrtzeit für sich selbst effektiv zu nutzen. Da wird der enge Zeitrahmen einer Fahrt Nebensache. Alle haben Forderungen, aber Realisierungen ist sehr viel mehr. MfG M.0.
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